Zahnerhaltung

Professionelle Zahnreinigung

Die Zahnprophylaxe im Rahmen der gesetzlichen Krankenkassen umfasst neben zwei Routinekontrollen im Jahr auch einmalig die Entfernung der harten Zahnbeläge - dem Zahnstein. Dieser ist vor allem an den Unterkiefer-Frontzähnen und den groĂźen Backenzähnen im Oberkiefer in unmittelbarer Nähe zu den SpeichelausfĂĽhrungsgängen vorzufinden. Nicht inbegriffen ist jedoch die Beseitigung der weichen Beläge, die maĂźgeblich fĂĽr die Entstehung von ZahnbettentzĂĽndungen verantwortlich sind.  

Wie nicht nur der tägliche Praxisalltag, sondern auch zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt haben, ist dieses Vorgehen nach den Vorgaben der gesetzlichen Krankenkassen bei den meisten Patienten bei Weitem nicht ausreichend, um die Zähne und das Zahnbett vor Erkrankungen zu schĂĽtzen. Denn gerade im Bereich der Seitenzähne haben Sie zu Hause aufgrund der eingeschränkten Sicht oft nicht die Möglichkeit, diese mit der ZahnbĂĽrste grĂĽndlich zu reinigen. Deshalb empfehlen wir Ihnen je nach Stellung und Anzahl der Zähne, der Qualität der Speichelzusammensetzung sowie der Art der vorhandenen Zahnrestaurationen eine individuell auf Ihre BedĂĽrfnisse abgestimmte professionelle Zahnreinigung. Diese Reinigung, welche sämtliche Bereiche des Gebisses mit einschlieĂźt, ist idealerweise zwischen 1-4 Mal pro Jahr durchzufĂĽhren. NatĂĽrlich geben wir Ihnen hierbei auch nĂĽtzliche Tipps, wie Sie die häusliche Pflege Ihrer Zähne noch weiter verbessern können.

Die privaten Krankenkassen haben den Nutzen der speziell auf jeden Patienten zugeschnittenen Zahnprophylaxe schon lange erkannt und dementsprechend die notwendigen GebĂĽhrenpositionen in ihren Leistungskatalog aufgenommen. Mittlerweile schlieĂźen sich auch schon fast alle gesetzliche Krankenkassen dieser Vorstellung von patientengerechter, zukunftsorientierter Zahnprophylaxe an und bieten lukrative Bonusprogramme oder Zuzahlungen an. Erkundigen Sie sich daher bitte bei Ihrer Krankenkasse, welche Erstattungsmodelle Ihnen zur VerfĂĽgung gestellt werden!

 

 

FĂĽllungstherapie

Nicht jedes Kariesloch muss heutzutage nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft sofort aufgebohrt und gefĂĽllt werden. Oft reicht bei einer kariösen Veränderung an der Zahnoberfläche eine grĂĽndliche Zahnpflege mit fluoridhaltigen Zahnpasten und speziellen Reinigungshilfsmittel fĂĽr die Zahnzwischenräume schon aus, um eine beginnende Karies im äuĂźeren Zahnschmelz zum Stillstand zu bringen. Sollte es dennoch notwendig werden, eine fortschreitende Karies invasiv zu behandeln, bieten wir Ihnen neben einem FĂĽllungsmaterial gemäß den Kassenrichtlinien, das oft nur eine eingeschränkte Haltbarkeit besitzt und damit lediglich einen provisorischen Charakter aufweist, wahlweise höherwertige FĂĽllungskunststoffe an. Dabei unterscheiden wir eine kostengĂĽnstige Alternative mit eingearbeiteten Kunststoffpartikeln fĂĽr kleine Flächen bei Milchzahn- und ZahnhalsfĂĽllungen und den besonders stabilen und farbechten Compositen mit integrierten Keramikpartikeln fĂĽr stark beanspruchte SeitenzahnfĂĽllungen sowie hochästhetische FrontzahnfĂĽllungen.

 
Dank eines soeben neu auf dem Markt eingeführten Injektionsmittels, dass die Wirkungsdauer der Betäubungsspritze in erheblich verkürzter Zeit wieder aufhebt, können wir in Zukunft auf Wunsch auch das langanhaltende, unangenehm taube Gefühl nach einer Behandlung vermindern. Diese Form der zweiten „Gegenspritze“ ist allerdings keine Kassenleistung und muss ebenfalls privat bezahlt werden

Hinweis: Amalgamfüllungen werden bei uns aus gesundheitlichen und ästhetischen Gründen grundsätzlich nicht mehr gelegt!

 

 

Wurzelkanalbehandlung

Ist eine sehr große Karies schon zu weit in Richtung Zahnnerv vorgedrungen oder der Zahnnerv wurde indirekt über eine Entzündung des Zahnhalteapparates angegriffen, resultiert oft eine irreversible Schädigung des Zahnnervs, die nicht mehr durch eine alleinige Füllungstherapie behandelt werden kann. In solchen Fällen besteht als letzte erhaltende Maßnahme meist nur noch die Möglichkeit, den Zahnnerv mitsamt der infizierten Zahnhartsubstanz zu entfernen und den entstandenen Hohlraum durch eine bakteriendichte Wurzelkanalfüllung wieder auszukleiden.

Um auch bei sehr ausgedehnten Substanzdefekten die Stabilität des Zahnes langfristig gewährleisten zu können, ist häufig bei einwurzligen Zähnen eine Stiftverankerung der Aufbaufüllung und die Überkronung der Zähne angezeigt, um der Versprödung der Zahnhartsubstanz durch Austrocknung und einer damit verbundenen erhöhten Bruchgefahr vorzubeugen. Auch eine anhaltende traumatische Beeinträchtigung des Zahnnervs durch Hitzeentwicklung bei einer Überkronung des Zahnes oder durch Unfall kann in seltenen Fällen vorkommen und zu einem ähnlichen Krankheitsbild führen.
Im Rahmen einer privaten Zusatzleistung bietet uns die moderne Zahnheilkunde unter bestimmten Voraussetzungen unterstützende maschinelle Verfahrenstechniken, um die Wurzelkanäle mit hochflexiblen Nickel-Titan-Feilen schneller und damit für Sie wesentlich angenehmer aufzubereiten und Ihnen durch eine gleichzeitige elektronische Längenmessung häufig ein Röntgenbild zu ersparen.

 

 

Parodontose-Behandlung

In unserem Mundmilieu befindet sich eine recht beachtliche Anzahl an verschiedenen Kleinstlebewesen, die zum Teil für unsere Verdauungsfunktionen unerlässlich sind. Bei guter Abwehrlage kann unser Körper ausgezeichnet mit diesen winzigen Mitbewohnern umgehen. Wird allerdings die Immunität durch Alter, Krankheit oder äußere Umwelteinflüsse (z.B. Nikotin und andere Zellgifte) zu sehr geschwächt, bricht dieser Schutzmechanismus in sich zusammen, so dass sich die Bakterien und Viren im Mundraum ungehindert vermehren und ausbreiten können. Wenn gleichzeitig auch die Mundhygiene mangelhaft ausgeübt wird, übernehmen sie schnell die Oberhand und es entstehen chronische Entzündungen der Mundschleimhaut und des Zahnhalteapparates. Eine Form dieser Entzündungen ist die Parodontitis. Sie stellt eine Folgeerkrankung einer langandauernden, nicht behandelten oberflächlichen Zahnfleischentzündung – der Gingivitis – dar, die sich von dort auf den Kieferknochen überträgt.

Man könnte sagen, die Parodontitis sei in den letzten Jahrzehnten sogar zu einer Art „Volkskrankheit“ angewachsen, was jedoch unterschiedliche Ursachen hat. Gut ĂĽber die Hälfte der Erkrankungsfaktoren beruht auf unseren Genen, weshalb manche Menschen mehr und wiederum andere Menschen weniger davon betroffen sind. Dabei lässt sich ein einfacher Vergleich zu unserer ĂĽbrigen Körperhaut ziehen, denn auch die Schleimhaut wird altersbedingt irgendwann „runzelig“ und die Zellen brauchen immer längere Regenerationsphasen. Ein erstes Anzeichen dafĂĽr ist ein RĂĽckgang des Zahnfleischsaumes an den Zahnhälsen. Allerdings ist auch hier bei der Diagnosestellung etwas ZurĂĽckhaltung geboten, da auch durch eine falsche Putztechnik das Zahnfleisch in Richtung Zahnwurzel verdrängt werden kann. Den genetischen Anteil zur Ausprägung dieser Krankheit, zu dem im entfernteren Sinne auch Risikofaktoren wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen, können wir nur wenig beeinflussen. Deshalb greifen wir gezielt bei den ĂĽbrigen gut 40% der umweltbedingten Erkrankungsursachen ein, nämlich der Mundhygiene (30%) und den Ernährungsgewohnheiten oder einer langfristigen Einnahme bestimmter Typen von Medikamenten (10%). Auf diese Weise können wir wenigstens das Fortschreiten der Parodontitis verlangsam, wenn auch leider nicht ganz aufhalten.

Bei der Parodontitis-Behandlung werden unter Verwendung von Ultraschallgeräten und Handinstrumenten sowohl die harten und weichen Beläge unterhalb des Zahnfleischniveaus entfernt, als auch das infizierte Entzündungsgewebe in der Tiefe der Zahnfleischtaschen beseitigt. Wird die Entzündung von besonders aggressiven Bakterienarten dominiert, ist zusätzlich eine antibiotische Unterstützungstherapie angezeigt.

FĂĽr eine ganz gezielte Antibiotikagabe empfiehlt sie eine exakte Bestimmung des spezifischen Erregerspektrums mit Hilfe eines mikrobiologischen Abstrichs, der jedoch nur als private Zusatzleistung durchgefĂĽhrt werden kann.

Eine anschließende Erhaltungstherapie in Form einer fortlaufenden regelmäßigen professionellen Zahnreinigung stabilisiert das Behandlungsergebnis und sorgt dafür, die Erkrankung auch zukünftig besser unter Kontrolle halten zu können.